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Herzthemen im Friseurhandwerk

Die Träne des alten Mannes...

Ist „Pandemie“ Urlaub der Vorhof zur Hölle?

…langsam dreht Albert das Radio lauter – anstrengend, denn permanent meldet sich seine Gicht in seinen Fingern, seinem begnadeten Alter von 97 Jahren geschuldet.

Geistig so frisch wie damals, als er mit 15 Jahren in den
2.Weltkrieg eingezogen wurde.

Albert war ein kräftiger junger Bursche, gut erzogen & dem Leben positiv gestimmt.
Albert war auch einer der glücklichen Menschen, die zu damaliger Zeit ungewohnt viel zu Essen hatten.
Sein Vater war beim Staat angestellt, in gehobener Position.

Albert gefiel es, dass sein Vater so gut verdiente, denn dadurch fiel ihm das Privileg in den Schoß, als Junge ein eigenes Fahrrad zu besitzen – strahlend Rot, wenn er es stolz an den Baum lehnte - direkt daneben schlängelte sich ein Fluss mit glasklarem Wasser entlang…sein Lieblingsplatz seit er denken kann.

Hier erzähle ihm seine Oma damals, dass sein Opa, den Albert nie selber kennenlernen konnte, im 1. Weltkrieg gefallen war.

Die Schrecklichen Dinge ließ Oma anfangs weg - je älter Albert wurde, umso mehr erfuhr er, wie unglaublich grausam es gewesen sein muss…aber bei Hören Sagen, fehlt halt die Erfahrung & der intensive Schmerz dieser grausigen Geschehnisse…

Heute ist Albert für jeden Tag dankbar - weiß bis heute nicht, warum er so naiv sein konnte, freiwillig in Vorfreude in die Schlacht zu ziehen.

Vermutlich lag es daran, versucht sich Albert einzureden, weil mir mein Kopf immer vorgaukelt, dass, wenn es bisher schön im Leben war, kann es ja gar nicht schlecht werden – der Jugendliche Leichtsinn tat sein übriges.

Heute, viele Jahrzehnte später, weiß Albert, dass die damalige Glaubenseinstellung, den Krieg im Schonwaschgang zu gewinnen ein großer Irrtum war.

Den Gegner unterschätzt & großspurige Versprechungen, das Leben noch angenehmer als vor der Krise zu gestalten, ebnete den Weg zur Hölle…ja, die Spezies Mensch ist wahrlich Intelligenzdoof!

Haben für nachfolgende Generationen die geschätzten
80 Millionen Tote des 2. Weltkrieges kaum noch Bedeutung, so wundert es nicht, dass der Schock ausbleibt, wenn in einem Jahr ca. 2,5 Millionen Menschen an Corona Covid-19 bisher verstorben sind.

Mitten im Kampf, gegen einen kleinen Gegner mit schier unbesiegbarer Macht, werden die Stimmen immer lauter…

…genau, wie bei Albert im Radio, ob es denn zumutbar wäre, wenn der bald anstehende Osterurlaub ausfällt…!

Dieser Gedanke, alle bisherigen Mühen wie ein Kartenhaus zusammenfallen zu sehen, jagen Albert eiskalte Schauer über den Rücken - eine Träne bahnt sich ihren Weg über die faltige Wange…leise flüstert Albert vor sich hin:

„…warum lernen wir Menschen nicht & sind einfach mal dankbar, für das, was wir haben?“

Geben wir Albert seine Hoffnung wieder & fangen endlich an, das zu schützen, was dass höchste Gut aller Lebewesen ist – die eigene Gesundheit und die der anderen!

Herzlichst, euer Jochen Becker